„Ich arbeite sehr gerne an Orten, die nicht per se Kunstorte sind. Natürlich mache ich auch Ausstellungen in Galerien und Museen, aber mich interessiert besonders, wie Kunst im Leben stattfindet, an Orten, die man nicht gezielt aufsucht, um Kunstzu sehen. Ein Flughafen ist dafür ideal, weil er ein Transformationsort ist. Man geht hinein, um woanders anzukommen. Ähnlich wie ineinem Tunnel: Man betritt ihn vorne und kommt hinten woanders wieder raus. Es geht nie darum, dort zu sein, sondern immerdarum, weiterzukommen. Genau das hat mich thematisch gereizt.“
Mit der Eröffnung des Terminal 3 schlägt der Flughafen Frankfurt ein neues Kapitel auf. Das Terminal ist mehr als ein infrastrukturelles Großprojekt, es steht für eine Idee: Den Flughafen nicht nur als Ort des Transits zu begreifen, sondern als Raum des Erlebens.
Tobias Rehberger über seine Kunst im neuen Terminal 3
„Genau dieses Vorbeieilen ist der Punkt. Solche Orte werden oft gar nicht als Orte wahrgenommen. Ich habe versucht, diese Durchgangsräume zu echten Orten zu machen. Also Orte, die man bewusster wahrnimmt, die vielleicht sogar ein anderes Gefühl vermitteln. Viele dieser Räume sind psychologisch gesehen eher „schwarze Löcher“. Sie ziehen Energie. Wenn man sieaber als echte Orte erfährt, fühlt man sich wohler, interessierter, vielleicht sogar ein bisschen aufgehoben. Das macht einen Unterschied.“
„Diese neutralen Räume nehmen einem oft Energie, man sitzt am Gate, fühlt sich wie in Watte gepackt. Wenn man diese „Unorte“ zu Orten macht, entsteht Identifikation. Man könnte sagen: „Wir treffen uns dort.“ Das verändert die Erfahrungkomplett, psychisch, mental und auch körperlich. Kunst kann das noch erweitern, indem sie nicht nur dekorativ ist, sondernauch gedanklich etwas auslöst, vielleicht neue Perspektiven eröffnet.“
„Das lässt sich nicht kontrollieren. Manche werden es mögen, andere vielleicht nicht. Aber wichtig ist mir, dass es etwas anderes ist, dass es etwas anstößt. Vielleicht verändert es den Blick ein wenig, vielleicht macht es den Kopf ein bisschen offener. Das wäre schon viel.“
„Wenn jemand innehält und vielleicht einen kleinen Perspektivwechsel erlebt und dann mit einem neuen Gedanken ins Flugzeug steigt, dann ist das schon ein schöner Moment.“
Terminal 3 präsentiert Kunst nicht isoliert, sondern verknüpft sie bewusst mit der Erlebniswelt des Flughafens. Das Herzstück bildet der zentrale Marktplatz, ein Ort, an dem Shopping, Gastronomie und Aufenthalt zusammenkommen. Einige Shopping-Highlights können Sie bereits online entdecken.