Mike Josef: „Die perfekte Anbindung ist für alle eine Erleichterung und ein Gewinn!“
Mike Josef

Mike Josef: „Die perfekte Anbindung ist für alle eine Erleichterung und ein Gewinn!“

Interview

Mike Josef ist seit März 2013 Vorsitzender der Frankfurter SPD und seit Juli 2016 Planungsdezernent der Stadt Frankfurt am Main.


Der Diplom-Politologe wurde 1983 in Syrien geboren und kam vier Jahre später als Teil der christlichen Minderheit mit seinen Eltern nach Deutschland. An der Goethe-Universität in Frankfurt hat er Politikwissenschaft, Geschichte und Rechtswissenschaft studiert.

Er wurde in den Asta-Vorstand (Allgemeiner Studierendenausschuss) gewählt, setzte sich dafür ein, dass in Hessen keine Studiengebühren erhoben wurden, war Sprecher der Jungsozialisten in Frankfurt und wurde 2011 zum Stadtverordneten gewählt. Zwei Jahre später wurde er Chef der Frankfurter SPD und im März 2014 mit 97 Prozent im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

Zu seinen vielfältigen Zuständigkeiten gehören unter anderem das Amt für Wohnungswesen, die Bauaufsicht Frankfurt, das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, das Stadtvermessungsamt, das Denkmalamt, die DomRömer GmbH und die Gateway Gardens Projektentwicklungs-GmbH.

Herr Stadtrat, Sie haben in einem Interview gesagt, dass Sie auch gegen große Widerstände die Preissenkungen im Nahverkehr durchgesetzt haben. Vor diesem Hintergrund müssten Sie doch äußerst zufrieden sein, dass in Gateway Gardens der Bau der S-Bahn-Station planmäßig voranschreitet.

Mike Josef:
„Absolut. Die Zeiten haben sich geändert. Heute wollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und zwar mit bezahlbaren und gut angebundenen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Im neuen Frankfurter Stadtteil „Gateway Gardens“ sollen zukünftig bis zu 18.000 Menschen arbeiten. Da ist es mir persönlich wichtig, dass diese Menschen schnell und komfortabel zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Mit der S-Bahn-Anbindung ist dies perfekt gelungen.

Gateway Gardens ist eine sehr spannende Quartiersentwicklung und ein gutes und gelungenes Beispiel für ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Gateway Gardens bietet einiges mit seiner `grünen Seele´ und ich bin stolz darauf, an dieser Quartiersentwicklung und dem Erfolg mitgearbeitet zu haben, aber hier konnten wir auch auf wichtige Vorarbeiten aufbauen. Wichtig ist dabei auch, dass man die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick verliert. Es soll Geld verdient werden, aber dabei der Mensch nicht in den Hintergrund gedrängt oder vergessen werden.“

„Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder die Gegenwart blicken, werden die Zukunft verpassen“, dieses Zitat, das John F. Kennedy zugeschrieben wird, haben Sie auf Ihrer Seite der Stadt Frankfurt als Motto abgedruckt. Sind Sie mit den Veränderungen in Gateway Gardens zufrieden?

Mike Josef:
„Ob privat oder unternehmerisch gesehen: Zeit ist kostbar. Mit Gateway Gardens gewinnen Unternehmer und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zeit. Nicht nur, wenn Sie regelmäßig in aller Welt unterwegs sind und den nah gelegenen Flughafen nutzen, sondern schon bei der An- und Abfahrt zum und vom Arbeitsplatz.

Die zukünftige S-Bahn mit eigener Haltestelle in Gateway Gardens, öffentliche Buslinien, Fahrradwege – es gibt viele umweltfreundliche Alternativen. Der Freizeitwert, die sogenannte Work-Life-Balance, ist in Gateway Gardens hoch. Man kann im Grünen sitzen und bei einer Tasse Kaffee entspannen, sich unterhalten, neue Ideen bekommen und Kraft schöpfen. All das ist wichtig für die Menschen. Beschäftigte brauchen Lebensqualität zum Arbeiten. Es lohnt sich immer, visionär in die Zukunft zu schauen und sich von Hindernissen und Widerständen nicht abbringen zu lassen. Das ist in der Wirtschaft nicht anders als in der Politik. Mut und Durchsetzungsvermögen sind starke Tugenden.“

Ist die Mischung von urbanen Elementen, von Arbeiten und Lebensqualität in Gateway Gardens perfekt gelungen?

Mike Josef:
„Perfekt ist ein großes Wort. Aber die Mischung ist sehr gut gelungen. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, Geld zu verdienen, dafür sorgt die Nähe zum Airport, und gleichzeitig sorgt die optimale Verkehrsanbindung dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter komfortabel ihr Gehalt verdienen, sprich: zu ihrer Arbeitsstätte gelangen können. Die perfekte Anbindung mit allen Verkehrsmitteln – und da kann man das Wort perfekt meiner Ansicht nach nutzen – ist für alle eine Erleichterung und ein Gewinn.“

Herr Josef, Sie sagten, dass Politik Ihnen viel gebe, da man seine Leidenschaft einbringen und bei Projekten mitgestalten könne. Bei welchen Projekten engagieren Sie sich im Moment am meisten?

Mike Josef:
„Projekte sind für mich nur dann wichtig, wenn diese für Menschen wichtig sind, genauer gesagt: das Leben der Menschen verbessern. Gerade kleinere Projekte sind bei den Menschen mit Emotionen verbunden und die unmittelbare persönliche Betroffenheit zeigt sich in den Rückmeldungen. Das bewegt mich. Politik ist kein Selbstzweck und sie sollte nicht im luftleeren Raum geschehen. Politiker sollten für die Menschen Dienst machen, so verstehe ich meine Aufgabe. Deswegen werde ich als Planungsdezernent weiter für bezahlbaren Wohnraum kämpfen.“

Sie sagten, dass Sie sich darauf freuen, ihrem Sohn einmal bei einem Spaziergang durch die Stadt erzählen zu können, dass Sie an diesem Projekt mitgearbeitet haben. Welches Projekt werden Sie ihrem Sohn zeigen?

Mike Josef:
„Da gibt es einige. Aber mit Sicherheit werde ich ihm das riesige Loch in Gateway Gardens zeigen, wo metertief gegraben wird, um die S-Bahn zu bauen und teilweise das Grundwasser zu sehen ist und die Arbeiter mit Booten zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Wir haben hier im Moment eine der faszinierendsten Baustellen Deutschlands, da leisten Männer und Frauen hervorragende Arbeit mit viel Know-how und Engagement.“

(Das Interview führte Nicole Rattenborg, HVM-I, Foto: Stadt Frankfurt am Main)

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