Die Menschen hinter Terminal 3
Terminal 3 Baustelle

Die Menschen hinter Terminal 3

Teil 1: Albert Husel, übergeordneter Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator bei der Fraport Ausbau Süd GmbH, eine Tochter der Fraport AG

1.    Was ist Ihre Aufgabe beim Bau von Terminal 3?

Kurz gesagt: Ich bin dafür zuständig, dass die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten auf der Terminal 3-Baustelle gewährleistet sind. Dies ist ein zentrales Anliegen von allen Verantwortlichen und Beteiligten. Die rechtliche Grundlage dafür bildet die Baustellenverordnung. In der Umsetzung basiert meine Tätigkeit auf einem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan. Dieser gibt einen Überblick, wann und wo die einzelnen Bauarbeiten anstehen und welche möglichen Gefahren damit verbunden sein können. Anhand des Plans und auf Basis der ständigen Beobachtung der Baustelle entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern Maßnahmen, um kritische Situationen zu vermeiden. Das beginnt bereits in der Planungsphase für zukünftige Bauabschnitte. Gleichzeitig sollen diese Maßnahmen schon jetzt das Unfallrisiko für Arbeiten am Terminal minimieren – ebenso wie nach der Inbetriebnahme. In regelmäßigen Besprechungen mit vielen verschiedenen Baubeteiligten berate ich die Planer und Bauleiter der Firmen zu allen Sicherheits-Themen, die in der aktuellen Bauphase bei den Arbeiten auf der Terminal 3-Baustelle anfallen können. Zudem bin ich oft auf dem Gelände unterwegs, um die Arbeitssituation in punkto Sicherheit zu kontrollieren und entsprechende Empfehlungen zu geben.

2.    Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?


Das spannende an meinem Job ist, dass jeder Tag anders ist. Je nach Bauphase fallen unterschiedliche Aufgaben an, z. B. liegt mein Fokus in der Planungsphase auf der Erstellung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanung in Verbindung mit den Ausschreibungsunterlagen. In der Ausführungsphase, z. B. während des Spezialtiefbaus, koordiniere ich die Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz. Einen typischen Tagesablauf gibt es daher nicht.

3.    Was reizt Sie am Bau von Terminal 3?

Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung und Komplexität ist es besonders wichtig, den Überblick über die 38 Teilbaumaßnahmen zu bewahren und stets mehrere Schritte vorauszuplanen – vor allem was die Sicherheit auf der Baustelle anbelangt. Das ist für mich eine extrem spannende und gleichzeitig motivierende Aufgabe. Hier liegt die Herausforderung in einer gut organisierten Abstimmung zwischen den vielen verschiedenen Beteiligten.

4.    Was ist die größte Herausforderung mit der Sie sich konfrontiert sehen?


Die Sicherheit und Gesundheit der Baustellenarbeiter liegt mir sehr am Herzen. Safety first ist eine wichtige Basis für einen reibungsfreien Projektverlauf. Die größte Herausforderung besteht darin, dass jedem einzelnen Baubeteiligten bewusst ist, wie wichtig richtiges Verhalten auf der Baustelle und ein achtsamer Umgang mit gefährlichen Situationen, Arbeitsgeräten und den anderen Bauarbeitern ist. Alle Beteiligten dafür zu sensibilisieren, ist bei einem Projekt mit dieser Komplexität nicht immer einfach.

5.    Haben Sie ein besonderes Erlebnis aus dem bisherigen Projektverlauf, an das Sie sich noch lange erinnern werden?


Unvergesslich wird für mich in jedem Fall der Spatenstich bleiben. Dort gemeinsam mit den Kollegen dabei gewesen zu sein, hat den Zusammenhalt unglaublich gestärkt. Darüber hinaus gibt es viele kleine Faktoren, die die Arbeit für mich jeden Tag besonders machen. Ein gutes Beispiel ist hier der Lotsenpunktplan. Um nach einem Unfall eine schnelle Rettung sicherzustellen, muss die Sicherheitsleitstelle von Fraport ganz genau wissen, wo sie im Einsatzfall die Rettungskräfte hinführen muss. Fest definierte Lotsenpunkte weisen den Rettungskräften dabei den Weg. Wie wichtig für uns darüber hinaus der Faktor Zeit bei einem Notfall ist, zeigen die sogenannten Crash-Tore zwischen Baustelle und Vorfeldbereich. Damit Rettungskräfte vom Flughafengelände schnell eine Unfallstelle auf der Baustelle erreichen, können die Crash-Tore von den Rettungsfahrzeugen einfach durchfahren werden – ohne sie vorher öffnen zu müssen. Zaun und Fahrzeug werden dabei kaum beschädigt. Auf der Terminal 3-Baustelle befinden sich insgesamt drei solcher Crash-Tore. Ich hoffe natürlich, dass diese niemals während des Baus von Terminal 3 zum Einsatz kommen.

6.    Worauf freuen Sie sich am meisten im weiteren Projektverlauf?


Ein Highlight wird der Spezialtiefbau sein. Da nach dem Nassaushub speziell ausgebildete Taucher zum Einsatz kommen, sind hier besondere Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Ebenfalls freue ich mich auf die Errichtung des Stahltragwerks, das als Grundgerüst des Dachs der Check-in Halle dient. Mit einer Größe von zwei Fußballfeldern ein anspruchsvolles Vorhaben.

7.    Was fasziniert Sie am Frankfurter Flughafen?


Der Frankfurter Flughafen steht nie still. Immer und überall entwickelt sich der Flughafen weiter und wird dem Bedarf unserer Kunden angepasst. Es ist faszinierend, wie viele Menschen an der Umsetzung unterschiedlicher Projekte beteiligt sind, um für jeden Passagier ein einzigartiges Reiseerlebnis zu schaffen. Ich bin immer wieder stolz darauf, wie wir es schaffen, den Flughafen innovativ weiter zu entwickeln und damit an Spitzentagen für mehr als 200.000 Menschen eine sichere und „Gute Reise“ wahr werden zu lassen.

  • Albert Husel Portät


Steckbrief


Albert Husel, Jahrgang 1959, ist seit 2012 als Sicherheits-Ingenieur und Experte für Arbeitssicherheit am Frankfurter Flughafen tätig. Seit 2015 verantwortet er als übergeordneter Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator im Rahmen seiner dienstlichen Arbeiten die Einhaltung der Arbeitssicherheit auf der Terminal 3-Baustelle. Albert Husel behält gerne jederzeit den Überblick: Seine Lieblingsorte am Frankfurter Flughafen befinden sich während seiner dienstlichen Tätigkeiten auf den Dächern der Terminals 1 und 2 (zukünftig auch Terminal 3). Die Pausen verbringt er gerne in ausgewählten Kantinen auf dem Flughafengelände. Beides eint einen faszinierenden Ausblick auf das Vorfeld und den Flugbetrieb.

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