3 Fragen an … Christoph Mäckler
Portait Herr Mäckler

3 Fragen an … Christoph Mäckler

Mit seinem Entwurf für das neue Terminalgebäude überzeugte Christoph Mäckler die Jury im Realisierungswettbewerb. Im Interview erläutert er die Vision dahinter sowie Besonderheiten und verrät, warum der Flughafen Frankfurt für ihn eine persönliche Bedeutung hat.

 

1. Welche Vision verkörpert die Architektur des neuen Terminal 3?

Flughäfen sind heute zu einem Ziel an sich geworden. Und sie werden meist häufiger frequentiert als viele Plätze in der Innenstadt. Umso notwendiger ist es, dass Flughäfen auch städtische Funktionen aufnehmen können. Diesen Anspruch verwirklichen wir mit Terminal 3. Damit entsteht ein eigenständiges Stadtbauwerk, in dem Menschen arbeiten, einkaufen, essen, beten, sich entspannen und vieles mehr können. Es finden sich hier also fast alle Funktionen, die für das Leben in einer europäischen Stadt charakteristisch sind. Architektonisch greifen wir im Bauwerk Terminal 3 mit den Piers, Gates und Lounges die Straßen und Plätze einer Stadt auf. Durch die lichtdurchfluteten Räume, die in warmen Naturtönen gehalten sind, schaffen wir für Fluggäste eine angenehme Atmosphäre. Damit hebt sich der Frankfurter Flughafen deutlich von anderen internationalen Flughäfen ab, bei denen ein spektakuläres Tragwerk oder technische Aspekte im Vordergrund stehen.

Auch die äußere Form von Terminal 3 folgt einer Funktion: Das Terminal orientiert sich ursprünglich an der Form eines Käfers mit Kopf, Hals und Rumpf. Die drei Bestandteile – die Halle, das Sicherheitsgebäude und der zentrale Marktplatz des Piers – sind voneinander getrennt, entsprechend ihrer Aufgabe dimensioniert, flexibel anpassbar und – was noch wichtiger ist – erweiterbar. Das ist wesentlich, damit das Flughafenterminal über die erste Ausbaustufe hinaus zukunftsfähig ist und bleibt.

2. Was macht Ihren Entwurf von Terminal 3 einzigartig?

Es wird das weltweit erste Terminal sein, in dem man sich wohlfühlen kann! Passagiere steigen nicht von einer Maschine in die nächste, sondern aus einer Maschine in ein Bauwerk, das zum Verweilen einlädt. Dabei entwickelt sich das Gebäude beständig weiter, es wächst quasi von innen nach außen. Bereits in der ersten Bauphase werden etwa die für die Führung der Passagierströme notwendigen Aufzüge und Rolltreppen in einem zentralen Bereich errichtet. Dadurch lassen sich spätere Erweiterungen umsetzen, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

3. Ihr Vater hat als Architekt schon 1951 am Bau von Terminal 1 mitgewirkt. Was verbinden Sie persönlich mit dem Frankfurter Flughafen?

Richtig, mein Vater hat mit seinem damaligen Partner Alois Giefer den Wettbewerb um das heutige Terminal 1 gewonnen – und es als Architekt auch errichtet. Man kann also sagen, dass ich die Familientradition ein halbes Jahrhundert später fortsetze. Neben dieser persönlichen Verbindung haben wir uns als Architekturbüro in den vergangenen 20 Jahren intensiv mit den speziellen Anforderungen von Großflughäfen beschäftigt: Flughäfen sind komplexe Verkehrsknotenpunkte in einem globalen Netz, die von Millionen von Menschen täglich genutzt werden. Es sind riesige Bauwerke, die sich ständig dem Bedarf anpassen, weiter wachsen oder sogar schrumpfen. Unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich ermöglicht uns ein tiefes Verständnis für die Prozesse und Nutzungsanforderungen eines solchen Gebäudes, die wesentlich zur Optimierung der baulichen Lösung beitragen.

  • Auf meine Merkliste